Gemeinde Arosa

Geschichte

Die Walser Siedlung

Die ersten bekannten Siedlungen im heutigen Arosa waren zwei romanische Bauernhöfe «Meran» (Maran) und «Pradaz» (Prätsch), die zu Beginn des 13. Jahrhunderts in den geschichtlichen Quellen erscheinen. Eine Besiedlung grösseren Ausmasses setzte ums Jahr 1300 ein, als Walser von Davos her in den Raum des heutigen Arosa zogen. Sie verdrängten allmählich das romanische Element. Während ihnen sieben oder acht Güter zu Davos (damals «Tafaus» genannt) gehörten, unterstand das ganze Gebiet zu jener Zeit den Freiherren zu Vaz, hernach den Grafen von Toggenburg, später den Grafen von Montfort und schliesslich den Erzherzogen von Österreich.

Hauptbeschäftigungszweig im Spätmittelalter und weit darüber hinaus war die Alpwirtschaft. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde zudem Eisenerz im Gebiet von Arosa abgebaut und in der Isel verhüttet, was bescheidene Erträge abwarf und die Rodung grosser Waldflächen bedingte. Verschiedene Flurnamen erinnern uns heute noch an die damalige Bergbau-Tätigkeit. In diese Zeit (1490 – 1493) fällt auch der Bau des «Bergkirchli» in Innerarosa. Die Siedlung zählte nun ca. 140 Einwohner. Klimaverschiebung und negative wirtschaftliche Entwicklungen zwangen die Bauern 1575 den grössten Teil ihrer Weiden an Chur und Maienfeld zu verkaufen. Als Nachbarschaft von Davos wurde Arosa erst 1851 eine selbstständige Gemeinde, die aber am wirtschaftlichen Tiefpunkt angelangt war und nur noch 56 Einwohner zählte.

Ausgangs des 19. Jahrhunderts wurde das stille Bergtal fast über Nacht vom Fremdenverkehr entdeckt, der eine ungeahnte Entwicklung auslöste. Begonnen hatte es mit der besseren Verkehrserschliessung durch die Erstellung der Poststrasse von Chur nach Langwies im Jahr 1875 und deren Weiterführung nach Arosa im Jahr 1890. Zwei Jahre zuvor hatte der deutsche Arzt Dr. Otto Herwig das erste Sanatorium gebaut und bis 1900 erlebte Arosa seine erste Blütezeit mit Sommerfrischlern und Erholungssuchenden. Der Wintersport steckte noch in den Anfängen. Dennoch erlebte das Dorf einen enormen Aufschwung, so dass die Bevölkerungszahl in der Zeit von 1870 – 1900 von 61 auf 1071 und bis 1930 sogar auf 3 466 anstieg. Mit dem Bau der Chur-Arosa-Bahn zwischen 1912 und 1914, einem kühnen Bauwerk für die damalige Zeit, und der 1927 für den Autoverkehr freigegebenen Zufahrtsstrasse von Chur aus, wurde die verkehrstechnische Erschliessung noch einmal wesentlich verbessert.

Die Krise der 30er Jahre und der Zweite Weltkrieg brachten Rückschläge und zugleich Umstrukturierung vom Kurort zum Wintersportgebiet. Die moderne Medizin machte den Kuraufenthalt teilweise entbehrlich. Der Aufschwung des Wintersportortes ermöglichte es zwar, die ärgsten Verluste des Kursektors aufzufangen, doch die Bevölkerungszahl sank nun doch sehr stark und betrug im Zweiten Weltkrieg nur noch 1980. Vor dem Krieg waren die drei ersten Skilifte in Betrieb genommen worden. Arosa war für den gewaltigen Aufschwung gerüstet, der in der Nachkriegszeit einsetzte. Kurhäuser und Sanatorien wurden in Sporthotels umgewandelt, neue Skilifte wurden erstellt und 1956/57 die attraktive Luftseilbahn Arosa – Weisshorn eröffnet. Die Zahl der Gästebetten und der Logiernächte stieg stark an und die Bevölkerungszahl nahm wieder zu, bis sie im Jahre 1996 3781 Seelen betrug.

So ist die Geschichte von Arosa bis zur Schwelle des 20. Jahrhunderts die Geschichte eines bescheidenen dahinlebenden Bergbauerndorfes, das sich in kurzer Zeit zu einem berühmten Kurort gewandelt hat und heute als blühendes Sport- und Ferienzentrum weltbekannt ist.

Heute verfügt Arosa über mehr als 12000 Gästebetten, mit denen rund 900000 Logiernächte produziert werden. Ganzjährig leben in Arosa rund 2 600 Einwohner. Im Winter kommen noch ca. 1300, im Sommer 200 Saisonniers dazu, die im Ferientourismus und im Baugewerbe beschäftigt sind.

Jahrzahlen

www.leinegga-arosa.ch

www.arosa-museum.ch

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